Pilzbestimmungskurs

Die Termine der Exkursionen dauern etwa drei Stunden. Der diesjährige Kurs wird über die kvhs Lich organisiert, über welche sich Interessenten auch anmelden können. Die Anzahl der Plätze wird auf zehn begrenzt.  

 

Der Kartoffelbovist ähnelt von Form, Farbe und Gewicht einer Kartoffel. Im Gegensatz zu dieser ist er jedoch giftig. Er bevorzugt saure Böden unter Eichen und Birken.
Der Kartoffelbovist ähnelt von Form, Farbe und Gewicht einer Kartoffel. Im Gegensatz zu dieser ist er jedoch giftig. Er bevorzugt saure Böden unter Eichen und Birken.

Öffentliche Exkursionen sind für die meisten Teilnehmer ein einmaliges Ereignis, bei dem ein erster Eindruck über die Artenvielfalt und manches Wissenswerte über die Ökologie der Pilze oder das Sammeln vermittelt wird. Einzelne Arten und deren Einteilung mag sich der Teilnehmer merken, doch kann einem Einsteiger, der bisher allenfalls Röhrlinge sammelte, auf nur einer Exkursion unmöglich die Technik vermittelt werden, eigenständig bisher unbekannte Arten so sicher zu bestimmen, dass man am Ende auch ruhigen Gewissens wagen darf, sie zu verzehren.

Um diese Technik erlernen zu können, bietet der NABU Linden Interessierten den Pilzbestimmungskursus an (Details 2016 hier). Es ist dabei nicht Ziel, wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden und am Ende jede beliebige Pilzart auf akademischem Niveau bestimmen zu können. Hierzu wäre eine umfangreiche Ausrüstung (Mikroskop, chemische Reagenzien, akademische Fachliteratur) erforderlich und zudem eine ausführliche Einarbeitung in die Pilzmikroskopie, bei der unzählige lateinische Fachbegriffe zu lernen wären. Hier geht es alleine darum, unter den häufigsten Pilzarten eine Auswahl, wie wir sie im Gelände antreffen werden, sicher benennen zu können. Von den insgesamt etwa 5.500 einheimischen Großpilzarten werden im Bestimmungsbuch unter dem Aspekt der Essbarkeit und Häufigkeit 500 Arten besprochen. Auf den dreizehn Exkursionen der vergangenen zwei Jahre wurden insgesamt 151 Arten behandelt. Durchschnittlich werden je Exkursion etwa dreißig Arten erläutert, von denen etwa zwei Drittel aus schon angetroffenen Arten bestehen, die so wiederholt werden.

Der Pfifferling kam einst in großer Zahl vor. Daher die Redensart "keinen Pfifferling wert". Durch die fortschreitende Luftverschmutzung ist er weiterhin rückläufig und sollte hierzulande nicht mehr gesammelt werden.
Der Pfifferling kam einst in großer Zahl vor. Daher die Redensart "keinen Pfifferling wert". Durch die fortschreitende Luftverschmutzung ist er weiterhin rückläufig und sollte hierzulande nicht mehr gesammelt werden.
Die anmutig hübsche, würzig duftende, doch giftige Herbstlorchel kommt hier recht häufig in Buchenwäldern vor.
Die anmutig hübsche, würzig duftende, doch giftige Herbstlorchel kommt hier recht häufig in Buchenwäldern vor.

Wie in allen Fragen der Praxis, reichen auch hier Erklären und Verstehen alleine nicht aus, sondern es wird am konkreten Fund immer wieder geübt und wiederholt. So lernt der Teilnehmer nach und nach, wie z. B. die unter den Blätterpilzen große und wichtige Gruppe der Täublinge und Milchlinge zu erkennen ist, unter denen es keine gefährlichen Giftpilze gibt und wie deren Genießbarkeit sogar ohne Kenntnis der exakten Art ermittelt werden kann. Anders ist es bei den ebenfalls häufigen Wulstlingen, innerhalb derer sowohl hervorragende Speisepilze wie auch lebensgefährliche Giftpilze vorkommen, so dass unbedingt bis zur Artebene bestimmt werden muss, was jedoch anhand eindeutiger Merkmale leicht gelingt. Neben den wichtigsten Arten der Blätterpilze wird auch in andere Ordnungen wie z. B. Röhrlinge, Porlinge oder Boviste eingeführt.

Der Birkenpilz als Mitglied der Raufußröhrlinge ist geschützt. Deutlich zu erkennen sind die für die Gattung namengebenden Stilmerkmale.
Der Birkenpilz als Mitglied der Raufußröhrlinge ist geschützt. Deutlich zu erkennen sind die für die Gattung namengebenden Stilmerkmale.

Als Bezugspunkt für die Einteilung und Bestimmungswege der für uns interessanten Pilze dient hier der hervorragende Pilzführer „Pilze rundum“ von HERMANN JAHN. Dieses Buch wurde für die breite Bevölkerung in leicht verständlicher Sprache verfasst und vermeidet für den Küchen-Mykologen entbehrlichen akademischen Ballast. Dennoch ist dieses Buch so instruktiv, dass es auch an der Universität Gießen auf Pilzexkursionen eingesetzt wurde. Das Buch ist im Buchhandel nicht mehr erhältlich, darum wird eine gebundene Fotokopie zum Selbstkostenpreis von 16€ im Kurs verteilt. Dieses Buch ist Basis für das gemeinsame Wirken im Kurs und daher Pflicht. Eigene Pilzführer können gerne als Ergänzung mitgebracht werden.

Der seltenere Pokalbecherling, mit der Lorchel verwandt, wächst hier nur im Naturschutzgebiet.
Der seltenere Pokalbecherling, mit der Lorchel verwandt, wächst hier nur im Naturschutzgebiet.

Etliche der früheren Teilnehmer nehmen auch im folgenden Jahr wieder am Kurs teil, weil sie Erlerntes rekapitulieren oder neue Arten kennen lernen wollen (Die Wiederholer können natürlich den JAHN vom Vorjahr verwenden und zahlen daher 16€ weniger). Bei ungünstigem Wetter kann auf die Bestimmung des zuvor vom Leiter gesammelten Materials in geschlossenen Räumen ausgewichen werden. Die Teilnehmer tauschen Telefonnummern bzw. Email-Adressen untereinander aus, sodass Fahrgemeinschaften gebildet werden können. Jeder Teilnehmer erhält nach jedem Termin eine Liste der bisher besprochenen Arten.

Die Begrenzung der Teilnehmerzahl auf zehn ermöglicht, dass sich schnell ein persönliches Miteinander im Kurs entwickelt, wo jeder den Raum hat, seine Fragen zu stellen nach der Devise „Dumme Fragen gibt es nicht“ - wie oft stellt sich heraus, dass auch die anderen in der jeweiligen Frage nicht sicher waren und der Sachverhalt noch einmal gründlich durchleuchtet wird.

 

Die wohl häufigste einheimische Pilzart mit der größten Anzahl an Fruchtkörpern ist der Grünblättirige Schwefelkopf - leider giftig. Die Abbildung zeigt ganz junge Exemplare.
Die wohl häufigste einheimische Pilzart mit der größten Anzahl an Fruchtkörpern ist der Grünblättirige Schwefelkopf - leider giftig. Die Abbildung zeigt ganz junge Exemplare.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir würden uns freuen, auch Sie unter den Teilnehmern des kommenden Pilzkursus begrüßen zu dürfen.

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